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Schöne Goethe Gedichte + Zitate

Sie erhalten hier bekannte und weniger bekannte Gedichte und Zitate von Johann Wolfgang von Goethe, sowie eine Biografie.

Wonniglich

Wonniglich ists, die Geliebte verlangend im Arme zu halten,
Wenn ihr klopfendes Herz Liebe zuerst dir gesteht.
Wonniglicher, das Pochen des Neulebendigen fühlen,
Das in dem lieblichen Schoß immer sich nährend bewegt.
Schon versucht es die Sprünge der raschen Jugend; es klopfet
Ungeduldig schon an, sehnt sich nach himmlischem Licht.
Harre noch wenige Tage! Auf allen Pfaden des Lebens
Führen die Horen dich streng, wie es das Schicksal gebeut.
Widerfahre dir, was dir auch will, du wachsender Liebling -
Liebe bildete dich; werde dir Liebe zuteil!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Zum neuen Jahr

Zwischen dem Alten,
Zwischen dem Neuen
Hier uns zu freuen,
Schenkt uns das Glück,
Und das Vergangne
Heißt mit Vertrauen
Vorwärts zu schauen,
Schauen zurück.

Stunden der Plage,
Leider, sie scheiden
Treue von Leiden,
Liebe von Lust;
Bessere Tage
Sammlen uns wieder,
Heitere Lieder
Stärken die Brust.

Leiden und Freuden,
Jener verschwundnen,
Sind die Verbundnen
Fröhlich gedenk.
O des Geschickes
Seltsamer Windung!
Alte Verbindung,
Neues Geschenk!

Dankt es dem regen,
Wogenden Glücke,
Dankt dem Geschicke
Männiglich Gut,
Freut euch des Wechsels
Heiterer Triebe,
Offener Liebe,
Heimlicher Glut!

Andere schauen
Deckende Falten
Über dem Alten
Traurig und scheu;
Aber uns leuchtet
Freundliche Treue;
Sehet, das Neue
Findet uns neu.

So wie im Tanze
Bald sich verschwindet,
Wieder sich findet
Liebendes Paar;
So durch des Lebens
Wirrende Beugung
Führe die Neigung
Uns in das Jahr.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Dich kosen

Ists möglich, daß ich, Liebchen, dich kose,
Vernehme der göttlichen Stimme Schall!
Unmöglich scheint immer die Rose,
Unbegreiflich die Nachtigall.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

> mehr kurze Goethe Gedichte

Die Liebende abermals

Warum ich wieder zum Papier mich wende?
Das mußt du, Liebster, so bestimmt nicht fragen:
Denn eigentlich hab ich dir nichts zu sagen;
Doch kommts zuletzt in deine lieben Hände.

Weil ich nicht kommen kann, soll, was ich sende,
Mein ungeteiltes Herz hinüber tragen
Mit Wonnen, Hoffnungen, Entzücken, Plagen:
Das alles hat nicht Anfang, hat nicht Ende.

Ich mag vom heutgen Tag dir nichts vertrauen,
Wie sich im Sinnen, Wünschen, Wähnen, Wollen
Mein treues Herz zu dir hinüber wendet:

So stand ich einst vor dir, dich anzuschauen,
Und sagte nichts. Was hätt ich sagen sollen?
Mein ganzes Wesen war in sich vollendet.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)


Wäscheklammer im Abendlicht

© Bild Monika Minder, darf für private Zwecke (Karten, Mails) gratis genutzt werden. > Nutzung Bilder


Bild-Text

Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch, du bist so schön.

(Goethe)

Nähe des Geliebten

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes Flimmer
In Quellen malt.
Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen Stege
Der Wandrer bebt.
Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen Haine geh ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.
Ich bin bei dir, du seist auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, bald leuchten mir die Sterne
O wärst du da!

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt

Freudvoll
Und leidvoll,
Gedankenvoll sein,
Hangen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt –
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Gefunden

Ich ging im Walde
So für mich hin,
Und nichts zu suchen,
Das war mein Sinn.

Im Schatten sah ich
Ein Blümchen stehn,
Wie Sterne leuchtend,
Wie Äuglein schön.

Ich wollt es brechen,
Da sagt' es fein:
Soll ich zum Welken
Gebrochen sein?

Ich grubs mit allen
Den Würzlein aus,
Zum Garten trug ichs
Am hübschen Haus.

Und pflanzt es wieder
Am stillen Ort;
Nun zweigt es immer
Und blüht so fort.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

> mehr Goethe Gedichte

Zitate und Sprüche

Ein letztes Glück

Der erfährt, er sei auch, wer er mag,
ein letztes Glück und einen letzten Tag.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

Freiheit

Freiheit! ein schönes Wort, wer's recht verstände.

(von Goethe)

Der Liebende

Der Liebende wird nicht irregehn, wärs um ihn her auch noch so trübe. Sollten Leila und Medschnun auferstehn, von mir erführen sie den Weg der Liebe.

(von Goethe)

Frage - Antwort

Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen.

(von Goethe)

Den Augenblick ergreifen

Ein jeder lernt nur, was er lernen kann, doch der den Augenblick ergreift, das ist der rechte Mann.

(von Goethe)

Leben nicht vertrösten

Wir wollen einander nicht aufs ewige Leben vertörsten. Hier noch müssen wir glücklich sein.

(von Goethe)

Wissen, wollen und tun

Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.

(Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832, deutscher Dichter)

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